Kaiserschnitt

Narbe am Bauch,
Narbe an der Seele

Prävention - Vor der Geburt

Petra Kolip fand in der GEK-Studie heraus, dass der Hauptgrund für einen primären Kaiserschnitt die Empfehlung des Arztes/der Ärztin ist. Mehr als die Hälfte der Frauen entschied sich dafür, weil es der Arzt empfohlen hatte. Falls man ihnen zu einem Kaiserschnitt rät, holen Sie zumindest die Meinung eines zweiten (kritischen) Arztes bzw. Ärztin oder einer Hebamme ein. Nützen Sie das Beratungsangebot von Hebammenzentren bzw. Praxen.
Entscheidend für die Wahrscheinlichkeit per Kaiserschnitt zu entbinden, ist auch die Risikoausrichtung einer Klinik. Das fanden Forscher heraus, die 138 französische Geburtskliniken analysierten. Erkundigen Sie sich im Spital nach der Kaiserschnittrate und fragen Sie nach!

Beckenendlage: Allgemein wird zumindest zu einem Wendungsversuch geraten. Erkundigen Sie sich bei einer Hebamme ihres Vertrauens! Es gibt Spitäler und Hebammen die Beckenendlagen auch vaginal entbinden und sehr gute, erfahrene GeburtshelferInnen dafür haben. Fragen Sie im Spital nach!

VBAC (vaginale Geburt nach Kaiserschnitt): hier ist ebenfalls die Einstellung des Spitals entscheidend. Es gibt Spitäler, die VBAC`s gegenüber sehr offen eingestellt sind und Spitäler die eher Angst- motiviert handeln.

Einleitung: Nach einer Einleitung werden ca. doppelt so viele Geburten mit einem Kaiserschnitt beendet wie nach natürlichem Geburtsbeginn. Einleitungen sind deshalb kritisch zu betrachten.

Hebammenbetreuung: Kontinuierliche Hebammenbetreuung während der Geburt senkt das Kaiserschnittrisiko, das konnte in mehren Studien bestätigt werden. Wenn es finanziell für Sie möglich ist, empfehle ich, eine persönliche Hebamme zu ihrer Geburt mitzunehmen. Es lohnt sich!

Hausgeburt: Die Kaiserschnittrate ist bei Hausgeburten sehr gering. Länder mit niedrigen Kaiserschnittraten haben auch einen hohe Anteil an Hausgeburten. Der Zeitpunkt, an dem eine Frau den Kreißsaal aufsucht wirkt sich ebenfalls auf die Kaiserschnittwahrscheinlichkeit aus. Eine Studie der Uni Teheran zeigte, dass Frauen die schon während der frühen Eröffnungswehen den Kreißsaal aufsuchen drei mal so häufig einen Kaiserschnitt bekamen, wie Frauen die erst später in die Klinik gekommen sind. Viele Infos zum Thema Hausgeburt gibt es unter:
www.privatgeburt.de

Wunschkaiserschnitt:
Als sogenannter "Wunschkaiserschnitt" wird ein Kaiserschnitt ohne jegliche medizinische Indikation verstanden. In mehreren Studie konnte jedoch bestätigt werden, dass bei den meisten Frauen, die sich einen Kaiserschnitt wünschen Angst und Verunsicherung als Motiv dahinter stehen. Ich möchte Sie dazu ermutigen, sich mit diesen Ängsten während der Schwangerschaft auseinander zu setzen. Sprechen Sie mit einer Hebamme oder einer anderen geeigneten Person darüber.
Denn: Der Kaiserschnitt ist nur eine kurzfristige „Lösung“, er löst die Ursache der Angst nicht auf. Die Schnittentbindung bietet auch keine garantierte Sicherheit für das Kind- das Kind ist einfach anderen Risiken ausgesetzt die sogar höher sind, als bei einer vaginalen Entbindung. Die Schmerzen, die möglicherweise vermieden werden wollen verlagern sich meist nur auf einen späteren Zeitpunkt- nämlich nach der Geburt.
Versuchen Sie sich so gute Unterstützung zu organisieren, dass Sie zu der Energie, Kraft und dem Mut finden, der in Ihnen steckt!

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