Der
Kaiserschnitt
Mögliche
Gründe für die steigende Kaiserschnittrate
Die Gründe für die
steigende Kaiserschnittrate sind vielfältig.
In unserer modernen technisierten Gesellschaft wird es Frauen
immer schwerer gemacht, ihren Rhythmus und ihre Kraft zu finden,
die für das Gebären so wichtig sind.
Frauen kommen immer häufiger
in einem frühen Geburtsstadium in das Krankenhaus und werden
bei geringer Öffnung des Muttermundes aufgenommen. Durch
Ungeduld der GeburtshelferInnen kommt es zu immer mehr Anwendung
von geburtsbeschleunigenden Medikamenten und Maßnahmen.
Einmal in den natürlichen Verlauf eingegriffen kommt es
zu einer Verkettung von Auswirkungen, die oft in einem Kaiserschnitt
münden.
Dr. Beate Schücking fand in einer Studie heraus, dass nur
7 (!)% der Frauen ihr Kind ohne jegliche medikamentöse,
chirurgische oder mechanische Interventionen zur Welt bringen.
Die natürliche Geburt ist heute somit zu einer Seltenheit
geworden.
Immer öfter werden Kinder in Beckenendlage per Kaiserschnitt
entbunden, zumeist deshalb weil die GeburtshelferInnen für
diese besondere Geburtssituation mangelhaft ausgebildet sind.
Bei vielen Frauen stellt die vorangegangene Sectio die Ursache
für eine weitere Sectio dar.
Ein weiterer häufiger Grund für einen Kaiserschnitt
ist das relative Missverhältnis zwischen dem mütterlichen
Becken und dem kindlichen Kopf. Das bedeutet, dass der Kopf
im Bezug zum Becken während der Geburt nicht gepasst hat.
Dabei wird allerdings nicht gewartet bis der kindliche Kopf
in das Becken eintritt sondern oft davor für einen Kaiserschnitt
entschieden.
Schücking fand heraus, dass Frauen die einmal vaginal entbunden
hatten, sich zu einem hohen Prozentsatz für das nächste
Kind ebenfalls eine vaginale Geburt wünschen. Hat eine
Frau per Kaiserschnitt entbunden, wünscht sie sich die
selbe Geburtsform sehr viel seltener.
Schwangere Frauen werden immer mehr verunsichert. Immer mehr
Kontrollen und Untersuchungen führen dazu, dass Frauen
den Glauben an die eigene Intuition und Kraft verlieren. Immer
mehr Frauen werden schon in der Schwangerschaft als Risikopatientinnen
eingestuft.
In den letzten 20 Jahren sind ärtztliche Leistungen innerhalb
der Schwangerschaft um 500% gestiegen.
Als Leitmotiv für einen
Kaiserschnittwunsch der Frau wird zumeist Angst genannt. Ein
immer technisiertere Umgebung, unter Zeitdruck stehende ÄrztInnen
und Hebammen tragen nicht dazu bei, dass Frau sich entspannen
und ihren eigenen Rhythmus für die Geburt finden kann.
Kommen Frauen nun schon verunsichert in die Klinik und tendieren
vielleicht schon ein wenig in Richtung Kaiserschnitt, wird dieser
sehr oft durchgeführt ohne dass eine wirkliche medizinische
Notwendigkeit dafür besteht.
Der Kaiserschnitt ist zu einem Routineeingriff geworden und
seine Auswirkungen werden viel zu selten diskutiert.
<
zurück